Schutzdienst

Als letzte Sparte wird im Schutzdienst nun dem Hund die größte Portion an Gehorsam abverlangt.

Zuerst muss er 2 bis 6 (je nach Prüfungsstufe) sog. Zelte oder Verstecke nach dem Bösewicht (Helfer) „absuchen“ … und dass, wo er doch genau weiß, wo das Ziel seiner Begierde zu finden ist.

Schon hier kann man oftmals erkennen, wie gut der Hund tatsächlich im Gehorsam steht und wie viel Trieb und Spaß er an der Aufgabe hat oder eben nicht.

Hat der Hund den Helfer „gefunden“ muss er ihn verbellen. Ein Anspringen oder sogar Beißen in den sogenannte „Hetzarm“ wird mit massivem Punkteabzug bestraft.

Ist der Hundeführer auch (endlich!) am Ort des Geschehens angekommen, wird der Hund vom Helfer weg- und bei Fuß gerufen. Man kann sich vorstellen, wie viel Gehorsam ein Hund haben muss, um direkt von seiner Beute (dem Hetzarm) aus dem Beute- oder Jagdtrieb zum Hundeführer gerufen werden zu können.
Eine weitere Übung ist die Verhinderung der Flucht. Der Hund wird abgelegt um den Helfer zu bewachen, dieser rennt davon und muss vom Hund an der Flucht durch packen des Hetzarmes gehindert werden. Sobald der Helfer still steht muss der Hund auslassen und bewachen bis der Hundeführer kommt um ihm diese Arbeit abzunehmen.

So wechseln sich die Gehorsams- und Beißphasen in verschiedenen Übungen ab. Hunde, die hier unkontrollierbar werden, beißen, wann oder wo sie nicht sollen, oder nicht korrekt auslassen, werden disqualifiziert und aus der Prüfung genommen.

Ganz wichtig an dieser Stelle: es sind nicht alle Rassen und auch nicht alle Hunde für diesen Sport geeignet.

Wie schon erwähnt, ist sehr viel Beutetrieb unbedingt erforderlich. Außerdem sollten die Hunde gesund und psychisch belastbar sein, denn der geforderte Gehorsam in hohen Trieblagen geht an die Psyche des Hundes. Ebenso ist der Kampf um den Hetzarm mit und gegen den Menschen für nicht sehr starke bzw nicht dominate Hunde Stress.

Desweiteren müssen die Hunde während einer Prüfung Schläge mit einem Softstock auf die Schulterpartie „aushalten“. Es geht dabei nicht darum dem Hund Schmerz zuzufügen, sondern festzustellen, ob er mit der Gegenwehr im Kampf um seinen Herzarm zurechtkommt.

 

Man darf nicht vergessen, dass der heutige Sport ursprünglich zur Ausbildung von Polizeihunden diente, die ja nicht bei Gegenwehr sogleich das Weite suchen durften.

Keinesfalls sollte man also einen Hund, der an diesem Zweikampf keinen Spaß hat, der nicht den nötigen Mut und die Nerven hat in diesen Sport zwingen. Es gibt mittlerweile genügend Sportarten, die solchen Hunden besser gerecht werden.

Es hat sich in den letzten Jahren sehr viel in der Ausbildung getan. Die Hunde laufen heute sehr viel korrekter und aufmerksamer, aber auch sehr viel freudiger, mit mehr Ausstrahlung und Begeisterung.

 

Die Methoden, die zu dem in der Öffentlichkeit leider immernoch oftmals vorherrschenden Bild, der geprügelten, gefährlichen Hunde und der militärisch drillenden Hundeführer, geführt haben, sind längst überholt. Die traurig, mit hängenden Ohren und geklemmter Rute ihre Übungen absolvierenden Hunde, selten geworden.

 

Mit einem solchen Bild gewinnt man heute keinen Blumentopf mehr, was auch die meisten der „ewig Gestrigen“ zu dem dringend nötigen Umdenken gebracht hat.

 

Heute wird „modern“ und „hundegerecht“ ausgebildet, denn nur so kann dem Hund die Freude und damit nötige Ausstrahlung bei der Arbeit erhalten bleiben, nur so können Prüfungen bestanden werden.

Leider gibt es natürlich noch immer schwarze Schafe, die ihre (oftmals nicht geeigneten) Hunde ohne Rücksicht auf Verluste als Sportgeräte, die zu funktionieren haben, missbrauchen. Diejenigen, die ihr Gehirn in der Ausbildung gegen Gewalt getauscht haben. Zum Glück für diesen wunderschönen, den Hund in all seinen Trieben fördernden Sport, werden es aber immer weniger, die so denken und handeln.

 

In der SV OG Hirschaid wird hundegerecht ausgebildet. Wir wollen, dass unsere Hunde und Hundeführer Spaß am Sport haben.